Von zitternden Knien und der Kraft des Lächelns – Rhetorikseminar der 10. Klassen

Von zitternden Knien und der Kraft des Lächelns – Rhetorikseminar der 10. Klassen

Von zitternden Knien und der Kraft des Lächelns – Rhetorikseminar der 10. Jahrgangsstufe am Gymnasium Neustadt

Wer glaubt, eine gute Rede bestehe hauptsächlich darin, vorne zu stehen und zu hoffen, dass einem schon etwas einfällt, wurde am Gymnasium Neustadt eines Besseren belehrt. Die 10. Jahrgangsstufe bekam Besuch von Martin Reich aus Regensburg – Römerkenner, Rhetorikcoach und offenbar auch Bezwinger zittriger Knie. An unserer Schule ist er kein Unbekannter: Einige erinnern sich vielleicht noch an den Römertag der 6. Klassen, den er vor einigen Jahren mitgestaltet hat. Diesmal brachte er jedoch keine Legionärsausrüstung mit, sondern etwas mindestens ebenso Nützliches: die Kunst der guten Rede.

Ausgehend von der Rhetoriklehre des römischen Staatsmannes und Redners Cicero erklärte Martin Reich, worauf es bei gelungenen Reden, Referaten und Vorträgen ankommt. So zeigte er anschaulich, wie ein Vortrag vorbereitet, sinnvoll gegliedert und spannend aufgebaut wird. Von der ersten Idee bis zum gelungenen Schluss erhielten die Jugendlichen wertvolle Tipps für ihren eigenen Auftritt.

Besonders wichtig seien dabei ein gelungener Einstieg und ein starkes Ende. Sein Merksatz blieb vielen im Gedächtnis: „Der Beginn prägt, der Schluss haftet.“ Oder anders gesagt: Wer stark startet, gewinnt Aufmerksamkeit – und wer gut endet, bleibt im Kopf.

Auch die Nervosität vor einem Auftritt war Thema. Ob zittrige Knie, Schweißausbrüche oder ein hochroter Kopf – Martin Reich machte deutlich, dass Lampenfieber ganz normal ist – und man einiges dagegen tun kann. Mit gezielten Atemtechniken, einer aufrechten Haltung und einem freundlichen Lächeln lasse sich die Anspannung deutlich verringern. Schließlich wirkt ein entspannter Redner überzeugender als jemand, der aussieht, als würde er gleich die Flucht ergreifen.

Natürlich blieb es nicht bei der Theorie. In praktischen Übungen konnten die Schülerinnen und Schüler das Gelernte sofort anwenden. Sie probierten verschiedene Sprechsituationen und Stimmtechniken aus, trainierten ihren Auftritt und sammelten wertvolle Erfahrungen vor Publikum.

Am Ende des Seminars stand fest: Wer weiß, wie man Inhalte gut präsentiert, gewinnt nicht nur die Aufmerksamkeit der Zuhörer, sondern oft auch mehr Selbstvertrauen. Vielleicht werden die nächsten Referate am Gymnasium Neustadt nun mit deutlich weniger Herzklopfen – und dafür mit umso mehr Wirkung – gehalten.

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