Cinéfête 2026: Französischunterricht mit Popcorn
Cinéfête 2026: Französischunterricht mit Popcorn
Cinéfête 2026: Französischunterricht mit Popcorn
Französischunterricht kann vieles sein – Grammatiktraining, Vokabelarbeit, Hörverstehen. An einem Vormittag im Rahmen der Cinéfête 2026 kam jedoch noch eine weitere, nicht zu unterschätzende Lernumgebung hinzu: der bequeme Kinosessel. Bereits nach der ersten Unterrichtsstunde machten sich rund 135 Schülerinnen und Schüler aller Französischklassen in drei Bussen auf den Weg ins Neue Welt Kinocenter Weiden, um französische Sprache dort zu erleben, wo sie besonders lebendig ist – auf der großen Leinwand.
Die Cinéfête, ein bundesweites französisches Schulfilmfestival, bringt jedes Jahr aktuelle Filme aus Frankreich in deutsche Kinos und schafft damit einen direkten Zugang zu Sprache, Lebensrealität und Kultur des Nachbarlandes. Unterricht einmal anders – aber keineswegs weniger lehrreich.
Zwei Filme, viele Eindrücke
Je nach Altersstufe sahen die Schülerinnen und Schüler unterschiedliche Produktionen – beide auf ihre Weise eindrucksvoll.
- „UN P’TIT TRUC EN PLUS – WAS IST SCHON NORMAL?“ Diese temporeiche Komödie sorgte für zahlreiche Lacher im Saal. Zwei Männer geraten nach einem missglückten Vorhaben in eine unerwartete Situation und müssen sich als Betreuer und Teilnehmer einer Reisegruppe ausgeben – ein Rollenspiel, das komplizierter wird als gedacht. Mit viel Witz und Tempo zeigt der Film Menschen mit Behinderung als selbstverständlichen Teil des Geschehens – nicht idealisiert, nicht ausgegrenzt, sondern einfach mittendrin. Humor wurde hier zur Brücke, und ganz nebenbei stellte sich die Frage, was „normal“ eigentlich bedeutet.
- „GAGARIN – EINMAL SCHWERELOS UND ZURÜCK“ Ganz anders, aber ebenso eindrucksvoll präsentierte sich dieser poetische Film. Im Mittelpunkt steht ein Jugendlicher aus einer Pariser Vorstadtsiedlung, der vom Weltall träumt, während sein Zuhause vor dem Abriss steht. Zwischen Betonhochhäusern und Sternenfantasie entfaltet sich eine bildstarke Geschichte über Freundschaft, Hoffnung und die Kraft von Träumen. Der Film zeigte, dass große Visionen auch dort entstehen können, wo die Lebensumstände eng erscheinen.
Lernen, ohne dass es sich so anfühlt
Neben Popcornrascheln und gelegentlichem „Was hat er gesagt?“ wurde vor allem eines deutlich: Die Schülerinnen und Schüler verstanden weit mehr, als sie selbst erwartet hatten. Mimik, Bilder, Musik und Kontext halfen, Sprache intuitiv zu erfassen. Authentischer kann Hörverstehen kaum sein.
Zugleich bot der Vormittag einen Einblick in gesellschaftliche Themen, die im Unterricht weiter vertieft werden können – von Inklusion bis zu Zukunftsperspektiven junger Menschen. Fazit Drei Busse, zwei Filme, viele neue Eindrücke: Der Besuch der Cinéfête zeigte, dass Französischunterricht nicht immer zwischen Schulbuchseiten stattfinden muss. Manchmal reicht ein Kinoticket, um Sprache, Kultur und Lebensgefühl auf einmal zu erleben.
Oder kurz gesagt: Französisch kann auch großes Kino sein.


